Locker durch den Lockdown – 18. November

Heute nochmal etwas von Florenz: als ich anfing, an der Uni Düsseldorf Italienisch zu lernen, unterhielt ich mich mit einer Studentin, die ein Erasmus-Semester in Florenz machen wollte. Im jetzigen Kurs habe ich sie wieder getroffen – online. „Sag mal Julia, ist aus Deinem Florenz-Semester eigentlich etwas geworden oder fiel das wegen Corona flach?“ Sie ist dort gewesen, kam Anfang März dort an, dann ging es sofort in den harten italienischen Lockdown. Studiert hat sie an der Uni Florenz auf Englisch, nur online. Sie lebte in einer WG mit 2 Spanierinnen. Das war nicht so vorteilhaft für ihre Italienischkenntnisse. Sie tat mir richtig leid, hatte sie sich doch so auf die Zeit gefreut. Aber nein, es war bzw. wurde ganz ok. Nach dem Lockdown hat sie Florenz so erlebt, wie es sonst kaum möglich war: OHNE Touristen! Sie hatte eine unheimlich tolle Zeit. Den Wein hat sie im übrigen auch über die Weinfenster gereicht bekommen. Sie blieb bis Ende Oktober, um dann hier im nächsten Lockdown zu landen. (Wir haben 2016 Florenz fluchtartig verlassen. Man konnte kaum treten und ein absolut mieser Espresso war nicht unter 7 Euro zu haben).

Rezeptecke:

Ich bleib heute noch etwas italienisch inspiriert und biete Euch eine super-leckere Pasta-Sauce zum Nachkochen an (Rezept habe ich allerdings von einem fränkischen Studienkollegen vor 40 Jahren erhalten. Was solange nicht vergessen wird, muss wohl gut sein) :

Pasta mit Gorgonzola-Sauce

Eine Packung Champignons putzen, in Scheiben oder Stücke schneiden und in Fett anbraten. Dann eine kleingeschnittene Zwiebel dazu geben und glasig dünsten. 200g gekochten Proscuitto kleinschneiden und hinzugeben. Einen 200 g Becher Sahne hinzugeben. 150 g Gorgonzola-Käse (die Ränder abschneiden, sonst wabern sie nachher unschön in der Sauce herum) kleinschneiden und ebenfalls hinzugeben, bei leichter Hitze schmelzen lassen und mit Pfeffer und Thymian kräftig würzen (Salz ist nicht notwendig, da der Käse genügend Salz abgibt). Ist alles geschmolzen (es sollte nicht blubbernd kochen, denn dann trennt sich der Käse merkwürdig vom Rest der Sauce), dann etwas Soßenbinder reinschütten (der muss natürlich aufgekocht werden,  aber dann bitte nur ganz kurz), um die Soße etwas sämig zu bekommen.

Dazu schmecken Bandnudeln gut. Reste der Soße lassen sich problemlos einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt  aufessen. Schmeckt saulecker. Alle Zutaten sind im übrigen bei diesem Lebensmittelgeschäft an dem Platz, wo früher die Post war, zu erhalten. Der Platz ist nach unserer Hauptstadt benannt. Also alles ganz unitalienisch, aber Quali ist ok.

Kopfreise:

wir haben ja gelernt, dass positive Erinnerungen glücklich machen sollen. Und wo hat man vor der umfassenden Digitalisierung seine Erinnerungen aufbewahrt? Genau! Im Fotoalbum. Also mal rauskramen die Teile und durchblättern. Ach herrje, wie jung waren sie da alle noch! Nett ist, wenn man solch ein Foto dann mit dem Handy abfotografiert und es per WhatsApp an die abgelichtete Person schickt. Ihr werdet daraufhin garantiert eine nette Antwort oder einen Anruf bekommen und schon hat man mal wieder einen sozialen Kontakt gesammelt.

Digi-Häppchen

WhatsApp hält einige Nettigkeiten für uns bereit. So kann man mit der Telefontaste rechts oben kostenlos übers Internet mit dem Kontakt telefonieren, ganz egal wo sich der Angerufene aufhält in der Welt. Wenn man auf die Kamera links daneben klickt, dann kann man sogar dabei zusehen, wie sich der Weit-Weg-Kontakt zum Beispiel in Australien müde aus dem Bett schält, wenn man nicht an die Zeitdifferenz gedacht hat! Und das alles ohne Telefonkosten!

Bis die Tage!

Heike

6 Gedanken zu „Locker durch den Lockdown – 18. November

  1. Alle bitte ganz positiv bleiben! Hier ein Rezept für „dunkle“ Wintertage: Wintereintopf
    Zutaten: 600 g Kartoffeln geschält und gewürfelt, 200 g Möhren geschält und gewürfelt, 200 g Rosenkohl geputzt,
    200 g Schwarzwurzel geschält und zerstückelt, Mettwürste oder Bierbeisser, 2 Zwiebeln gehackt, Bratfett, Brühe, etwas Sahne, Salz und Pfeffer.
    Zubereitung: Zwiebeln im Fett anziehen lassen, Kartoffeln, Möhren, Rosenkohl, gestückelte Mettwurst, Schwarzwurzel aufeinander schichten, mit Brühe angiessen, nicht!! umrühren, köcheln bis die Gemüse gar sind, Sahne angiessen und mit Salz (vorsichtig, wg. der salzigen Mettwurst) und Pfeffer würzen.
    Das wärmt bis nach ganz innen.
    Ich wünsche jedermann einen guten Appetit und bleibt gesund.
    Thomas S.

  2. Hallo liebe Heike, habe wieder mit Begeisterung Dein Verzällchen gelesen 🙂
    Ich war heute 2 Stunden im Knippes Richtung Wasserski-Gelände unterwegs – es war herrlich und von
    Novemberblues keine Spur! Mach`s gut und nicht unterkriegen lassen 🙂

      1. Jou, liebe Heike, geht wahrscheinlich vielen so…
        Aber unsere Generation hat ja noch gelernt, durchzuhalten!
        Schließ die Augen, zieh die Maske auf, wir drücken Dich mal ganz fest 🙂
        Vielen lieben Dank für Deinen Einsatz für uns!
        Bitte auch morgen und weiterhin durchhalten und weiterbloggen – dann scheint die Sonne auch für uns !

        1. Liebe Heike,
          ich bin auch eine von deinen Tagesberichten sehr angetane und treue Leserin, vielen Dank dafür. Letztens habe ich im Radio einen Tipp für die kommende graue Zeit gehört, täglich in ein Tagebuch nur Eintragungen von positiven Erlebnissen und Gedanken zu schreiben, damit die Psyche sich darauf einstellt und man die Ausnahmesituation zz. besser aushält.

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