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Locker durch den Lockdown – 3. Woche Tag 1

Also heute muss ich mal gestehen, dass mich am Wochenende voll der Corona-Blues erwischt hat. Es begann schon am Samstag, es war sonnig und ich habe noch ein paar abgeblühte Pflanzen im Vorgarten abgeschnitten, als ich wohl einen der letzten Trupps der Zugvögel über mir hörte. Neidisch blickte ich hoch, wie die Vögel in großer Gesellschaft und angeregt schnatternd in Richtung Süden flogen. Und WIR dürfen uns wohl bald nur noch mit einer Person treffen und kommen nicht mal ins nächste Café, weil das sowieso geschlossen ist.

Aber solche Gefühle sind wohl normal und man muss sie einfach mal zulassen, einfach auch mal traurig sein dürfen. Das ging unseren Vorfahren bei früheren Pandemien auch nicht anders, ihnen ging es – und das wissen wir alle – mangels medizinischer Kenntnisse und Versorgung noch viel schlechter. Aber auch damals gab es Fluchterscheinungen aus der Isolierung. Bei uns sind das die Corona-Parties der jungen Leute. In Florenz, zu Zeiten der Pest in 1348 flüchteten sieben Frauen und drei junge Männer in ein Landhaus außerhalb der Stadt. Für die Zeit ihres zehntägigen Aufenthaltes galt die Regel, dass zu einem täglich neu vorgegebenem Thema jeder der Anwesenden am Nachmittag eine Geschichte erzählen sollte. So ergaben sich 100 lustige, nachdenkliche, teils auch frivole Geschichten, die von Giovanni Boccaccio als „Il Decamerone“ veröffentlicht wurden. Mehr von Italien und von diesen Geschichten gibt es in den nächsten Tagen hier im Blog,

Rezeptecke

Italien soll heute auch das Kochrezept beisteuern. Aus meinem römischen Kochbuch stelle ich Euch die „Patate arrostite della Nonna“ vor, auf Deutsch „Großmutters Kartoffeln“, aber die von der italienischen Großmutter, also nicht einfach nur langweilige Salzkartoffeln:

Backofen auf 180 Grad vorheizen, Ein Blech mit Backpapier auslegen. In einer Schüssel ungeschälte, gewaschene und halbierte Kartoffeln geben. Dazu kommt eine grob gehackte (wenn vorhanden) rote Zwiebel, 1 Zweig Rosmarin in Stücke geschnitten (frischen Rosmarin gibt es in meinem Vorgarten für Selbstabholer), 2 TL Fenchelsamen (z. B. aus einem Fenchelteebeutel), 4 Lorbeerblätter, 6 Salbeiblätter (frisch in meinem Garten, kann man auch bei mir abholen), 1 TL Oregano, 2 zerdrückte Knoblauchzehen, Salz, frisch gemahlener Pfeffer und 5 EL natives Olivenöl dazu. Dann das Ganze am besten mit den Händen gut durchmischen und  auf das Backpapier geben. Nach 20-25 Minuten sind die Kartoffeln goldbraun und hüllen die ganze Wohnung in einen mediterranen Duft. Für ein schnelles Montagsgericht (das ist jetzt meine Abweichung vom Kochbuch) kann man 10 Minuten vor Ende der Garzeit noch ein paar Scheiben Salami und /oder rohen Schinken sowie etwas geriebenen Käse dazugeben.

Kopfreise:

in ein gutes Buch versinken und alles um sich herum vergessen!

 

 

 

Und ab heute ganz neu ein Digitalisierungshäppchen zum Ausprobieren:

Da meine Leser vermutlich alle auch WhatsApp oder Signal nutzen, möchten wir hier mal ein paar Funktionen vorstellen, die vielleicht noch nicht jeder zu nutzen weiß.

Die Mikrofon-Taste
befindet sich ganz rechts unten auf dem Bildschirm. Wenn man einen Chat aufruft und dann auf diese Taste drückt, dann kann man sprechen und dieser Wortschwall wird als Audio gespeichert. Mit dem Sendebutton kann man ihn verschicken. Diese Funkton ist nett, wenn man viel mitzuteilen hat, aber keinen „WhatsApp-Brief“ schreiben möchte. Außerdem kann man mit der eigenen Stimme viel intensiver rüberbringen, ob man gut gelaunt ist oder eher traurig. Auch ein gesungenes „Happy Birthday“ ist ganz lustig. Klar, man kann auch telefonieren, aber diese Alternative hat man bei einer geschriebenen Whattsapp-Nachricht auch. Funktioniert natürlich auch bei WhatsApp-Gruppen.

A domani! (bis morgen)

Heike

 

5 Gedanken zu „Locker durch den Lockdown – 3. Woche Tag 1

  1. Also die Geschichte mit den und auch die Geschichten der 10 Personen im Landhaus würde mich sehr interessieren. Aber wahrscheinlich müssen wir dann einen Italienisch Leistungskurs einrichten – oder kannst Du mal schnell eine Übersetzung… ? 🙂
    Falls dieses tolle Montagsgericht auch für Dienstag oder Mittwoch taugt und das dann auch noch ohne Knoblauch, dann würde ich mich aber sowas von gerne vor Deinem Gartenzaun blicken lassen…

    1. Keine Sorge, die Geschichten sind schon übersetzt. Sobald ich das Buch habe, werde ich die „best of“ im Blog zum Besten geben.
      Und klar, die Kartoffeln gehen immer. Anmerkung von. Albert: Lorbeerblätter haben wir auch noch aus eigenem Anbau.

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