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Online-Vortrag: 150 Jahre deutscher Nationalstaat – Entstehung, Entwicklungen, Ausblick

Im Jahr 1871, vor 150 Jahren, wurde mit dem deutschen Kaiserreich der erste deutsche Staat gegründet, der über die Grenzen souveräner Einzelfürstentümer hinaus eine nationale Einheit bildete. Anfänglich aber war nationale Begeisterung bei weitem nicht das vorherrschende Gefühl. Im Süden Deutschlands standen dem neuen, preußisch dominierten Reich große Teile der Bevölkerung sowie der Adel mit Ablehnung gegenüber. In Preußen betrachteten die konservativen Eliten das neue Staatsgebilde mit Argwohn. Und nicht zuletzt waren die Ideale des liberal bis demokratisch gesonnenen Bürgertums nur zu einem geringem Teil verwirklicht worden. Mehr als andere Nationen Europas blicken wir somit aus heutiger Sicht zurück auf eine äußerst vielschichtige und gebrochene nationale Geschichte.

Das Kaiserreich von 1871 wird uns der Düsseldorfer Historiker Christoph Nonn in Schlaglichtern vorstellen. Als Ausgangspunkt wählt er das berühmte Gemälde des Künstlers Anton von Werner, welches den Startpunkt portraitiert: die Kaiserproklamation im Spiegelsaal des Versailler Schlosses am 18. Januar 1871. Mehrmals hat von Werner dieses Gemälde in den folgenden Jahren neu – und anders – reproduziert. Mit Abwandlungen und Variationen, die die Entwicklung des politischen und gesellschaftlichen Mainstreams widerspiegeln. Diese lassen einerseits das Erstarken autoritärer und antimoderner Tendenzen erkennen und spiegeln zugleich eine allmählich stärker werdende nationale Haltung wider, hinter der regionale Zugehörigkeiten zurücktreten. So führt uns Nonn anhand der Bilder anschaulich durch die bewegte Vorgeschichte des heutigen Deutschlands – die trotz aller Brüche und Wandlungen auch in unserer Gegenwart ihre Spuren hinterlassen hat.

Christoph Nonn ist Professor für Neueste Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 2018 erschien beim Ch. Beck – Verlag sein Werk „12 Tage und ein halbes Jahrhundert. Eine Geschichte des deutschen Kaiserreichs, 1871 bis 1918.

Der Online-Vortrag findet statt am Donnerstag, 15.04.2021. Beginn ist 18.30. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung aber erforderlich. Diese kann unter www.vhs.monheim.de oder per E-Mail an vhs@monheim.de vorgenommen werden (Kurs-Nr. 21S1103). Die Teilnehmenden erhalten einen Zugangscode, um im Internet von einem beliebigen Ort aus den Vortrag verfolgen zu können. Als Browser sollten Google Chrome, Mozilla Firefox oder Microsoft Edge genutzt werden.

 

 

 

In der Reihe vhs-wissen-live, die ein großer Verbund von Volkshochschulen bundesweit gemeinsam betreibt, haben wir weitere spannende Themen mit renommierten Referent/innen aus Journalismus und Wissenschaft im Programm:

 

Online-Vortrag: Grausamkeit, Gottesfurcht und Verzweiflung. König Friedrich Wilhelm I. und der preußische Mythos

Friedrich Wilhelm I. von Preußen, der „Soldatenkönig“ (1688-1740), traumatisierte seinen Sohn, verprügelte seine Töchter, demütigte seine Beamten, verabscheute die Gelehrten, verachtete den Adel, verspottete die Frauen, war legendär geizig und detailversessen, rauchte, trank, fluchte und tobte, hielt aber peinlich auf Sauberkeit, Drill und strengste Frömmigkeit. Mit seinem bizarren Verhalten desavouierte er sämtliche Normen und Werte seiner Zeit. Im preußisch-deutschen Nationalmythos des 19. und 20. Jahrhunderts gilt er dagegen, für manche noch heute, als „Erzieher des deutschen Volkes zum Preußentum“. Im Vortrag geht unsere Referentin zwei Fragen nach: erstens, wie die Betroffenen damals mit dem Tyrannen umgingen, und zweitens, wie der extreme Deutungswandel zu erklären ist.

Frau Prof. Stollberg-Rilinger ist Historikerin und Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Sie ist vielfach ausgezeichnet u.a. mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Der Online-Vortrag findet am Mittwoch, dem 21.04.2021 statt und beginnt um 19.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung aber erforderlich. Diese kann unter www.vhs.monheim.de oder per E-Mail an vhs@monheim.de vorgenommen werden (Kurs-Nr. 21S1709). Die Teilnehmenden erhalten einen Zugangscode, um im Internet von einem beliebigen Ort aus den Vortrag verfolgen zu können.

 

 

Online-Vortrag: Neonazis und Antisemitismus: wie groß ist die Gefahr von rechts?

Beleidigungen von und Attacken auf jüdische Mitbürger, rechtsextreme Netzwerke bei der Polizei, und eine Partei im Bundestag, die in großen Teilen nicht mehr demokratisch, sondern längst selbst rechtsextrem ist. Die Gefahr von Rechtsaußen für Freiheit, Vielfalt und Rechtsstaat ist von großen Teilen der Gesellschaft bis hin zu führenden Politikern lange nicht ernst genug genommen, sondern verharmlost worden. Alexandra Förderl-Schmid und Annette Ramelsberger sprechen darüber, was Deutschland, seine Justiz und vor allem seine Sicherheitsbehörden tun müssen, um rechte Extremisten konsequent zu verfolgen, auch in den eigenen Reihen.

Alexandra Föderl-Schmid ist seit Juli 2020 stellvertretende Chefredakteurin der Süddeutschen Zeitung. Annette Ramelsberger ist Ressortleiterin und Gerichtsreporterin der SZ. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. über ihre Beiträge zum NSU-Prozess.

Der Online-Vortrag findet am Dienstag, dem 27.04.2021 statt und beginnt um 19.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung aber erforderlich. Diese kann unter www.vhs.monheim.de oder per E-Mail an vhs@monheim.de vorgenommen werden (Kurs-Nr. 21S1720). Die Teilnehmenden erhalten einen Zugangscode, um im Internet von einem beliebigen Ort aus den Vortrag  verfolgen zu können.

 

 

Online-Vortrag: Anspruch auf heiligen Boden: Der israelisch-palästinensische Konflikt um den Tempelberg

Auf dem Tempelberg stand einst der jüdische Tempel, der von Babyloniern und nach seiner Wiedererrichtung von den Römern zerstört wurde. Später errichteten dort die Muslime zwei Moscheen, der Ort wurde zum drittwichtigsten Heiligtum des Islam. Unter der islamischen Herrschaft war es den Juden – anders als in byzantinischer Zeit –  erlaubt, an der Klagemauer zu beten. Um die damit verbundenen Auflagen entzündete sich in spätosmanischer Zeit ein Streit, der unter der britischen Mandatsherrschaft eskalierte. Schon damals kam es zu Gewalt von arabischer Seite, wo Mufti al-Husseini das Gerücht verbreitete, die Juden beabsichtigten, die Moscheen zu zerstören, um ihren Tempel wieder zu errichten. Für religiöse Juden war das Betreten des Tempelberg-Plateaus lange tabu. Nun aber pilgern sie in immer größerer Zahl auf den Berg und fordern, auf dem Moscheenareal beten und sogar eine Synagoge bauen zu dürfen. Die Palästinenser fühlen sich zunehmend provoziert, zumal die jüdischen Eiferer durch ranghohe rechtsgerichtete israelische Politiker unterstützt werden. Auf den palästinensischen Widerstand reagiert Israel mit immer rigiderer Kontrolle.

Dr. Joseph Croitoru ist ein deutscher Historiker, freier Journalist und Autor. Er schreibt u.a. für die FAZ, NZZ und die SZ. Im Januar 2021 erschien bei C.H. Beck sein Buch „Al-Aqsa oder Tempelberg. Der ewige Kampf um Jerusalems heilige Stätten“.

Der Online-Vortrag findet am Mittwoch, dem 28.04.2021 statt und beginnt ebenfalls um 19.30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung aber erforderlich. Diese kann unter www.vhs.monheim.de oder per E-Mail an vhs@monheim.de vorgenommen werden (Kurs-Nr. 21S1710). Die Teilnehmenden erhalten einen Zugangscode, um im Internet von einem beliebigen Ort aus den Vortrag  verfolgen zu können

 

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